FROM TRASH TO BLOG: Der Krimskrams-Vorhang

Und schon bin ich an der Reihe mit meinem Beitrag für unsere "From Trash To Blog"-Upcycling-Reihe. Habt ihr euch gestern schon die Posts von Fredi und Christiane angeschaut? Heute findet ihr außerdem noch einen Post bei Aileen.

Mit dem Upcycling ist das ja immer so eine Sache. Ich persönlich mag es nicht, extra noch Sachen für die Verschönerung von Ausgedientem zu kaufen und benutze deshalb immer Zubehör, das ich schon zu Hause habe. Außerdem probiere ich vorher nicht groß rum, sondern lege einfach los und schaue, was dabei raus kommt. Diese beiden Vorgehensweisen können dann zur Folge haben, dass einem das Ergebnis irgendwie gar nicht mal sooo gut gefällt - so wie dieses Mal. 



Ich habe auf meinem Schreibtisch einen Aufsatz mit integriertem, kleinen Regal, das irgendwie ständig unordentlich und chaotisch ist - zugegebenermaßen habe ich für das Bild natürlich vorher ein bisschen aufgeräumt...  Ich hatte mir also schon länger vorgenommen, dafür einen Vorhang zu nähen, um das ganze Chaos dahinter verstecken zu können. Denn ich hatte irgendwie den Eindruck, dass alles, was offen steht - egal ob ordentlich oder nicht - doch irgendwo chaotisch wirkt. 

Als Ausgangsmaterial für meinen Vorhang habe ich einen alten Kissenbezug verwendet. Das, worauf es ankommt, sind aber die Gesäßtaschen von sämtlichen ausrangierten Jeanshosen, die ich aufgenäht habe, um noch zusätzlichen Stauraum zu haben. Auch für den Stoff drumherum habe ich Teile der Hosen, nämlich die Beine, genommen. Da ich blauen Jeans-Stoff nicht so richtig mag und mir der schwarze nicht gemeinsam mit dem grünen gefällt, habe ich kurzerhand alles mit alten Acrylfarben angepinselt.

Wie gesagt, mir gefällt das Ergebnis nicht so richtig - jetzt wo ich die Bilder sehe, wirkt zumindest das aufgeräumte Regal irgendwie harmonischer als dieser Vorhang! Was meint ihr? Vielleicht wäre eine schlichte, einfarbige  Version besser gewesen. Aber immerhin habe ich lediglich den Klettverschluss neu kaufen müssen und die Idee an sich finde ich auch nach wie vor ganz gut. Mal sehen, ob er bleiben darf oder nicht ;) Wer nicht nähen kann, könnte übrigens auch einfach eine Pinnwand mit Stoff beziehen und die Taschen draufpinnen.

Morgen könnt ihr euch die Beiträge bei Ariane und Nicole ansehen!







Eine neue Runde FROM TRASH TO BLOG

Könnt ihr euch noch an die letzte Runde von "FROM TRASH TO BLOG" erinnern? Damals habe ich das Körbchen aus der Collegeblock-Spiralbindung fabriziert. Auch dieses Mal bin ich wieder mit dabei - auf zehn Blogs werdet ihr ab morgen fünf Tage lang wieder allerhand kreative Upcycling-Ergüsse finden, dieses Mal zum Thema "Organisation ist alles". Ich freu mich und ich hoffe, ihr auch! Wenn ihr auf die Bilder klickt, könnt ihr schon mal auf die verschiedenen Blogs schauen!


NÄH-DÖTZCHEN: Maschine einrichten, Teil I

Heute geht es darum, wie man eigentlich so eine Nähmaschine einrichtet, bevor man loslegen kann. Ursprünglich wollte ich alles in einen Post packen, aber dann wäre er definitiv zu lang geworden.. daher gibt es nun zwei Teile.

Zu erklären, wie eine Maschine eingerichtet wird, ist immer so eine Sache, denn das kann von Modell zu Modell variieren. Ein paar Dinge gibt es aber, die eigentlich überall gleich sind. Lest euch trotzdem auch unbedingt eure Betriebsanleitung durch, dort sollte alles Wichtige erklärt sein.


Der erste Schritt ist das Aufspulen. Dabei geht es um den Unterfaden, der auf die Spule gewickelt wird. Ihr benötigt dafür also die Spule, die ihr auf dem rechten Bild sehen könnt. Bei den neueren Maschinen sind sie meist durchsichtig und aus Plastik, bei älteren Modellen öfter aus Metall. Diese Spule setzt ihr auf die Vorrichtung oben rechts auf eure Maschine. In den meisten Modellen muss man diese Vorrichtung nun nach rechts schieben, damit aufgespult werden kann, bei manchen gibt es aber auch im Handrad (rechts) noch ein kleineres Rädchen. Dieses muss gedreht werden, während das Handrad festgehalten wird. 
Eure Garnrolle wird auf den Halter gesetzt und im Normalfall habt ihr kleine Bildchen auf eurer Maschine, die euch zeigen, wie ihr den Faden weiter einfädeln und vorgehen müsst. Bei mir sieht das aus wie auf dem linken Bild. Eventuell sind die einzelnen Vorrichtungen bei euch anders angeordnet. Wichtig ist, dass der Faden von hinten in die Spule einläuft, er wird also entgegen des Uhrzeigersinns aufgewickelt. Führt den Faden dafür in eins der kleinen Löchlein und umwickelt die Spule zwei bis drei Mal. Wenn ihr das alles berücksichtigt habt, könnt ihr euer Fußpedal betätigen und den Faden mit der Hand ein wenig führen während sich die Spule dreht, so dass er gleichmäßig aufgespult wird. 

Eure Spule ist nun voll und sie muss in die Spulenkapsel eingesetzt werden. Dafür haltet ihr eure Spule so, dass das Fadenende unten nach rechts zeigt. Das ist wirklich wichtig, ansonsten führt das beim Nähen zu Problemen. Seht ihr auf dem linken Bild die kleine Einkerbung auf der rechten Seite? Da muss der Faden durch, wie ihr auch auf dem rechten Bild sehen könnt. 

Den Faden führt ihr durch die Einkerbung entlang dieser "Rinne" und dann um das kleine Häkchen herum. Nun könnt ihr die Fadenspannung testen: Wenn ihr den Faden festhaltet und die Spulenkapsel loslasst, sollte sie nicht einfach runterfallen. Das würde bedeuten, dass die Spannung viel zu lose ist. Sie sollte sich ganz ganz langsam abseilen, wenn ihr eure Hand ein wenig auf und ab bewegt. Tut sie das nicht, ist die Fadenspannung zu fest. Ihr könnt sie verändern, indem ihr das kleine Schräubchen vom rechten Bild mehr auf- (=lockerer) oder zudreht (=fester). Zur Fadenspannung allgemein verrate ich euch im nächsten Post noch etwas mehr. Der Faden sollte circa zehn Zentimeter aus der Spulenkapsel rausschauen. 

Nun muss die Spulenkapsel in die Maschine eingesetzt werden. Das Fach für die Spule befindet sich unter eurer Stichplatte. Um es zu öffnen, müsst ihr im Normalfall erst das Fach entfernen, in dem sich noch mehr Zubehör befindet. Die Maschinennadel muss oben stehen. Ihr könnt sie hoch- und runterbewegen, indem ihr an eurem Handrad dreht - bitte immer nur zu euch hin, nie von euch weg. Wenn die Nadel oben steht, sollte die spitz zulaufende Seite im Gehäuse auch nach oben gerichtet sein. Ihr nehmt nun die Spulenkapsel in die Hand, indem ihr euren Finger zwischen die Spulenoberseite und den angebrachten Hebel klemmt - so kann die Spule nicht herausfallen. Ihr seht wahrscheinlich schon, dass dieses längliche Teil oben an der Spulenkapsel (rechtes Bild) genau in die Einkerbung passt, die ihr auf dem linken Bild an der oberen Seite sehen könnt. 

Wenn ihr die Spulenkapsel eingesetzt habt, sollte es nun aussehen wie auf dem folgenden Bild: 


Das Komplizierteste habt ihr nun hinter euch. Der nächste Schritt ist das Einfädeln des Ober- oder Nadelfadens. Auch dafür sollten auf eurer Maschine kleine Bildchen und Zahlen vorhanden sein. Die Reihenfolge unterscheidet sich je nach Modell, deshalb kann ich dazu nicht viel schreiben. Wichtig ist jedoch, dass ihr die genaue Reihenfolge befolgt und kein noch so kleines Häkchen vergesst! Auch sonst kommt es zu Problemen beim Nähen - dazu wird auch noch ein ganzer Post folgen. Vor allen Dingen solltet ihr kontrollieren, ob der Faden wirklich durch das metallene "Näschen" (linkes Bild) geführt wurde. Das Teil nennt sich Fadengeberhebel und ist, wie der Name schon sagt, wichtig, um genug Faden zu "geben". Ihr könnt ihn, genau wie die Nadel, durch Drehen des Handrads hoch und runterbewegen. 
Vergesst auch nicht die kleine Öse oberhalb der Nadel (rechtes Bild), die wird gerne übersehen. Anschließend wird der Faden von vorne nach hinten durch die Nadel geführt (kleine Extra-Info: bei Industrienähern sitzt die Nadel anders, da zeigt das Öhr in die andere Richtung und der Faden muss von links nach rechts eingefädelt werden) und unter das Füßchen gelegt. 


Schon seid ihr beim letzten Schritt angelangt: der Unterfaden von der Spule muss nun durch die Stichplatte nach oben gebracht werden. Dafür haltet ihr den Nadelfaden fest - nicht zuu fest, einen Finger drauflegen, damit er nicht wegrutscht, reicht völlig - und dreht das Handrad, wie immer, in eure Richtung. Innerhalb von zwei Umdrehungen der Spulenkapsel sollte sich der Nadelfaden nun um sie herumlegen und den Unterfaden durch eine Verschlingung mit nach oben holen. Zwischen eurer Stichplatte und dem Füßchen liegt nun die Verschlingung beider Fäden. Mit einer kleinen Schere könnt ihr das Ende des Unterfadens vorsichtig an die Oberfläche holen. 

Ganz eingerichtet ist eure Maschine nun noch nicht. Es fehlen noch die Einstellungen der Fadenspannung (für den Oberfaden) und der Stichlänge, die dann den nächsten Näh-Dötzchen-Post füllen werden. 

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Ich hoffe, dieser Post war hilfreich für euch! Lasst es mich wissen, denn das Thema ist ja doch etwas komplizierter und ich bin mir nicht sicher, ob ich das sprachlich so gut rüberbringen konnte.

CREATIVE: Flaschen-Schutzhülle

Herrje. Dieser Eintrag von vorgestern war irgendwie ziemlich befreiend und was soll ich sagen? Gleich darauf kam ich wie aus Zauberhand aus meinem anderthalbwöchigen Motivationsloch geklettert und habe mich gleich auf ein kreatives Projekt gestürzt, das ich schon länger geplant hatte. Ernsthaft? So leicht war das jetzt? Ich musste nur diesen blöden Post schreiben und schon ging es bergauf? Warum bitte habe ich das dann nicht schon vorher getan .. ? Nun gut, fürs nächste Mal weiß ich Bescheid ;)

Jedenfalls. Das kreative Projekt. Vor zwei Wochen habe ich euch meine neue Flasche gezeigt, die Soulbottle. Schon vor dem Kauf habe ich mir vorgenommen gehabt, mir eine schöne Hülle dafür zu nähen:


Der aufmerksame Leser erkennt vielleicht die Bio-Stoffe von Siebenblau wieder - ich habe sie im Juli für mein Kleid zur Hochzeit von Renés Cousine verwendet. Die Hülle ist leider ein bisschen zu kurz geworden, es ist zwar beabsichtigt, dass der Deckel rausschaut, aber der Tunnelzug hätte eigentlich ein Stück höher sitzen müssen. Ursprünglich war auch nicht geplant, dass der Futterstoff oben rauslukt, aber eigentlich finde ich es sogar ganz hübsch so! Mit einer Anleitung halte ich mich erstmal zurück, bis ich alle Näh-Dötzchen-Posts rausgehauen habe, wobei wahrscheinlich eh nicht soo viele Interesse an genau dieser Anleitung hätten, gell? Vielleicht könnten sich ja schon mal ein paar Nähanfänger(-in-spe) äußern, welche eher einfachen Projekte sie so ins Auge gefasst haben, wozu ihnen noch eine Anleitung fehlt? 

GEDANKEN: everything will be okay in the end


Kommen euch die Bilder bekannt vor? Wenn ja, dann bedeutet das, dass ihr schon verdammt lange Leser dieses Blog seid, mich durch die verschiedensten Phasen meines Lebens begleitet und außerdem ein wirklich gutes Gedächtnis habt. 

Die Bilder sind vor über vier Jahren in Enschede entstanden. Fünf Tage nach meinem ersten Unitag und circa drei Monate, bevor ich wieder zurück nach Deutschland geflüchtet bin. Am Sonntag war ich das zweite Mal nach meinem Abbruch dort, bei meinem einzigen verbliebenen Freund von damals.

Ich weiß noch, wie komisch es sich angefühlt hat, das erste Mal - Ostern rum - wieder dort gewesen zu sein. Wir waren auf dem Marktplatz, ich habe von der Straße zum Fenster meines alten Zimmers hoch gesehen, durch das man früher schon von weitem die unendlich vielen Bilderrahmen an meiner Wand sehen konnte, und wir waren auf dem Unigelände. Dort habe ich zu Daniel gesagt: "Ich weiß, es war genau das Richtige, hier wegzugehen. Aber trotzdem macht es mich gleichzeitig glücklich und traurig, nochmal hier zu sein."

Es ist ja nicht so, als hätte ich eine unglaublich tolle Zeit dort gehabt. Ich habe mich einen Großteil der Zeit extrem dumm gefühlt, habe Tage am Stück in meinem Bett verbracht, mich alleine betrunken, mein gesamtes Erspartes für Frustkäufe auf den Kopf gehauen, von denen ich dachte, dass sie meinen Zustand verbessern - was sie natürlich nicht getan haben. Ich habe noch viel blödere Dinge zwecks Kompensation getan, hatte wochenlang Schlafprobleme und irgendwann hat mein gesamter Körper einfach "Nö." gesagt. Blasenentzündung, Magendarm, Bindehautentzündung, Fieber. Bei einem Skype-Gespräch mit meinen Eltern, die ich eigentlich nur fragen wollte, welche Tabletten-Kombination sie als sinnvoll erachten, konnte ich plötzlich nicht mehr aufhören zu weinen. "Pack deine Sachen. Papa holt dich ab." Und zurück bin ich nur noch, um meine Möbel zu holen.

Und trotzdem denke ich gerne an die Zeit zurück. Weil ich die Stadt geliebt habe, ich habe tolle Menschen kennengelernt. Und weil es der wohl wichtigste Wendepunkt in meinem Leben war, der mich zum Umdenken gezwungen hat. Ich bin der festen Überzeugung, dass alle Erfahrungen, egal ob positiv oder negativ, irgendwie ihre Daseinsberechtigung haben. Ohne Enschede wäre ich jetzt nicht die Selbe. Ich hätte meinen Partner nicht kennengelernt, hätte keine Katzenkinder, die mir auf der Nase herumtanzen, würde nicht in dieser Wohnung wohnen und hätte vor allen Dingen nicht meine jetzige Ausbildung angefangen - die das beste ist, was mir im Leben passieren konnte! Nicht nur, weil der Inhalt mir wirklich liegt und ich dort meine Stärken einsetzen kann. Auch, weil ich mich selbst seitdem mit völlig anderen Augen sehe.

Jetzt ist auch dieser Lebensabschnitt bald schon wieder vorbei und die Gedanken an meine Zukunft versetzen mich mental wieder zurück nach Enschede. Meine anderthalb Wochen Ferien jetzt sahen ein bisschen so aus wie damals. Ohne Alkohol und Kaufräusche zwar, die Zeiten sind echt vorbei, aber mit viel Bett und Hadern und Vergleichen und Zweifeln, mit einem plötzlichen Verlust von Selbstwertgefühl und zu hohen Erwartungen. Mit zu viel Perfektionismus und vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen können. Mit einem Berg an Plänen und Gedanken, die gerade noch nicht geordnet werden können.

Aber die Erfahrung zeigt mir ja, dass wie gesagt auch diese Phasen irgendwas Gutes an sich haben. Vielleicht muss ich nur ein bisschen abwarten und schauen, was die Zeit mit sich bringt.

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PS: Vor zwei Monaten habe ich die neue "Motivationsgeschichten"-Reihe angekündigt - leider sind mir seitdem alle potenziellen Schreiberlein wieder abgesprungen und ich stehe ohne nichts da..  falls ihr also Interesse habt, schreibt mir doch bitte per info@ohmarylane.com - ich würde mich sehr freuen :)