GEDANKEN: Leben ohne Reisen?

Vor zwei Jahren war mein letzter Urlaub. In Holland. Ich war noch nie außerhalb Europas und auch da nur das Typische: Frankreich, Spanien, Österreich, ...  Auch Kurztripps kann ich an weniger als einer halben Hand abzählen: Hamburg und London.

Manchmal, wenn ich so durch Blogs scrolle, oder mir meine Freundinnen anschaue, die alle ständig irgendwo in der Weltgeschichte herumbummeln, dann fühl ich mich langweilig. Dann frag ich mich, ob ich nicht auch eigentlich schon längst mal mehr gesehen haben sollte. Horizont erweitern und so. Aber diese Momente halten nur ganz kurz an. Denn eigentlich, und das klingt für die meisten in meinem Alter sicher etwas befremdlich, habe ich kein großes Verlangen danach, mehr von der Welt zu sehen. Es ist nicht so, als würden mich fremde Kulturen nicht interessieren und wenn mir jemand ne Reise schenken würde - ja dann gerne, immer her damit! Aber extra sparen zum Beispiel? Dafür ist es mir einfach nicht wichtig genug.

Oft habe ich das Gefühl - und nein, ich möchte definitiv nicht pauschalisieren! - dass viele reisen, um zu flüchten. Weil sie es an einem Ort nicht lange aushalten können. Und weil sie ihren Platz in der Welt noch nicht gefunden haben, keinen Platz, an dem sie sich zu Hause fühlen, einfach nicht richtig ankommen können. 

Ich dagegen, die eigentlich gleich nach dem Abi weit weg wollte, fühle mich in den letzten Jahren so sehr mit meiner Kleinstadt verbunden, dass ich sogar das Stadtmagazin bei Facebook abonniert habe um auch jede Neuerung mitzubekommen. So sehr, dass ich mir vorstellen kann, für immer hier zu bleiben. Ich habe nicht das Gefühl, etwas zu verpassen, wenn ich lange an einem Ort bin.

Und das finde ich dann irgendwie auch gut. Ich hab gern das wohlige Gefühl von Zuhause. 

---

Wenn ihr den Post lest, bin ich jedoch zur Abwechslung mal nicht in Viersen, sondern besuche meine Familie für ein paar Tage in Holland, in ihrem Urlaub :)


Vom "das zu lieben, was man tut"

Wie im letzten Post schon angekündigt, würde ich euch heut gern erzählen, was meine groben Pläne bezüglich der Selbstständigkeit sind und was mich an meinen zukünftigen Aufgaben so fasziniert.
Abgesehen von meinen Charaktereigenschaften, die mich davon abhalten, ein Arbeitnehmer-Dasein zu fristen, gibt es natürlich noch andere Aspekte, die mich in Richtung Selbstständigkeit lenken. 


Vielseitigkeit

Einer davon ist, dass ich extrem vielseitig interessiert bin. Darüber habe ich in diesem Post zum Thema "Arbeit und Berufung" schon mal geschrieben und greift das, worüber ich heute schreiben will, ziemlich gut auf. Ich zitiere mich mal eben selbst:

"Ich mag sowohl die kreativen, als auch die analytischen Bereiche, finde sowohl Dinge toll, bei denen ich mich auf meinen Geschmack und meine Intuition verlassen muss, als auch die, bei denen logisches Denken gefordert ist. Ich bin nicht Kopf- oder Bauchmensch. Ich mag nicht Zahlen oder Worte, Katzen oder Hunde, Beatles oder Rolling Stones. Ich mag immer irgendwie alles ein bisschen. Das finde ich eigentlich gut. Ich weiß inzwischen, dass ich immer auch Abwechslung brauche, ich habe am liebsten viele verschiedene Teilbereiche, in denen ich so mitwirken kann. Aber für die Berufsfindung ist das irgendwie von Nachteil."


Ich will nicht die eine Sache machen. Ich will von allem ein bisschen. Ich will mein maßgeschneidertes Paket mit allen Kleinigkeiten und Aufgaben, die mir Freude machen, in dem ich alle meine Stärken unterbringen kann. Find da mal ein Jobangebot, denkt ihr euch? Denk ich mir auch, deshalb mach ich mein Paket halt selber:

Meine Pläne haben sich bisher noch nicht zu dem Großen und Ganzen entwickelt. Dafür geb ich mir noch ein bisschen Zeit. Aber ganz grob mag ich euch jetzt verraten, was ich für die Zukunft so geplant habe. Hauptsächlich würde ich gerne Kleidungsstücke, Accessoires und Schmuck auf nachhaltiger Basis entwerfen und fertigen und Schnittmuster inklusive bebilderten Anleitungen anbieten. Dabei habe ich auch schon einige Ideen, wie ich die Kleidung auch für nicht-richkids erschwinglich machen kann, denn das ist mir sehr wichtig. Im Hinterkopf habe ich noch Workshops und ähnliches geplant, wozu ich jedoch definitiv eine eigene Räumlichkeit bräuchte.

Unter Mode-Interessierten gibt es ja solche und solche. Ich würde mich eher nicht als typisch Mode-Interessiert bezeichnen, denn das ganze Drumherum - Designer, neuste Trends, ständig neue Kollektionen - könnten mir egaler nicht sein. Ich bin da definitiv eher am Schaffensprozess interessiert: entwerfen, Schnitte konstruieren, fertigen. Bestehendes hinterfragen, umgestalten, neu erfinden.


Gestaltung, Konstruktion, Fertigung und noch viel mehr

Ich liebe es, kreativ zu sein. Meine Gestaltungsaufgaben habe ich, wie ihr vielleicht wisst, immer in einem Rutsch erledigt und dafür lieber ein komplettes Wochenende geopfert, als viele einzelne Abende. Ich entwerfe gern einzelne Produkte, setze sie als Illustration oder technisch (das ein bisschen lieber!) um, spiele mit Farben und Mustern bis ein für mich stimmiges Konzept entsteht, verlasse mich dabei ganz allein auf mein Gefühl.



Aber genauso gerne beschäftige ich mich mit Zahlen und Maßen und strenge meinen Kopf ein bisschen an.
[Kleine Fun-Facts am Rande: wenn ich abends nicht einschlafen kann, weil ich zu aufgewühlt bin, stelle ich mir selber Rechenaufgaben und schlafe darüber ein... :D Jede Rechnung, die beiläufig in Artikeln oder Büchern erwähnt wird, rechne ich nach. Ich rechne das Machbare fast ausschließlich mit dem Kopf, da ich während des Tippens in den Taschenrechner meist schon das Ergebnis habe und kontrolliere dann nur noch. Jaja. Mathe-Nachhilfelehrerin mit Leib und Seele!]
Ich liebe Milimeterarbeit, mit Maßbändern und Linealen zu hantieren, mir vorzustellen, was das Hinzufügen oder Wegnehmen von Werten für Auswirkungen auf einen Schnitt beziehungsweise die Passform hat, und drehe und wende Dreidimensionales in meinem Kopf herum. Während ich Schnitte erstelle, vergesse ich regelmäßig zu Essen und verdammt, das ist normalerweise eins der letzten Dinge, die ich vernachlässige!!



Und ebenso gerne fertige ich. Als Perfektionist liebe ich die Genauigkeit, auf die es beim Nähen ankommt und bin absoluter Fanatiker eines regelmäßigen Nahtbildes. Genauso, wie ich mir abends Rechenaufgaben stelle, gehe ich manchmal ganze Arbeitsablaufpläne im Kopf durch und überlege, in welcher Reihenfolge ich irgendetwas nähen würde. Etwas selbst zu schaffen, mit den eigenen Händen, gibt mir so eine tiefe Form von Zufriedenheit, dass ich das Teil am liebsten nie wieder aus den Händen geben würde! Ich könnte mich stundenlang damit beschäftigen, verschiedene Stoffe anzufassen und anzuschauen. Ich habe ein totales Faible für grob-gewebte Stoffe mit unterschiedlichen Bindungen, am liebsten in gestreift. 



Und zu guter Letzt mag ich es, anderen Dinge zu erklären und beizubringen. Ich spiele so gern Erklär-Bär, weil ich mich liebend gern auf die unterschiedlichsten Arten von Menschen einstelle beziehungsweise auf die unterschiedlichen Arten des Verstehens. Manche verstehen Dinge eher, wenn man sie bildlich darstellt, andere eher mit Beispielen, die einen mit einfachen Worten, die anderen in komplexerem Zusammenhang. Ich mag das.

Und deshalb decke ich das alles gerne ab, alles zusammen, in meinem eigenen Paket.

SELBSTSTÄNDIG gleich nach der Ausbildung? Bin ich denn wahnsinnig?

Das frage ich mich manchmal. Bin ich nicht ein bisschen größenwahnsinnig, mich ohne jegliche Berufserfahrung selbstständig machen zu wollen? Sollte ich nicht lieber .....  ?

Die Antwort lautet nein
Die gesamten letzten Monate habe ich mich immer wieder damit auseinandergesetzt, ob und warum die Selbstständigkeit den richtigen Weg für mich darstellt. 
Was folgt, ist keine Rechtfertigung. Eher ein bisschen eine Erinnerung an mich selbst, falls ich mal wieder zweifeln sollte. 

Und nee, die Bilder (geschossen von Lotte Ruf) haben nichts mit dem Text zu tun - ich wollte euch einfach unbedingt noch ein paar Bilder der Abschlussfeier zeigen, auch wenn ich da bzgl der Erlaubnis der ganzen anderen abgebildeten Personen etwas eingeschränkt bin :)



Ich habe mich nie in einem Angestelltenverhältnis gesehen, soweit ich zurückdenken kann. 

Mit circa siebzehn wollte ich unbedingt ein eigenes, kleines Café haben. Einen eher ruhigen Ort zum Entspannen, mit Stammkunden und vielen Büchern. Als ich mich dann nach dem Abi eher in Richtung Psychologie orientiert habe, habe ich immer von einer eigenen Praxis geträumt und davon, "nebenbei" Ratgeber-Bücher zu schreiben - oh man, das würde ich echt immer noch so gern machen! - und Vorträge zu halten. Nach dem Abbruch meines Studiums und der Wiederentdeckung meiner Kreativität hätte ich am liebsten sofort einen kleinen Laden mit allerhand Selbstgemachtem - und integriertem Café! - eröffnet. Vernünftigerweise habe ich dann, wie ihr wisst, doch lieber erstmal eine Ausbildung gemacht und darüber bin ich sehr froh, denn ich habe in den drei Jahren so unheimlich viel über mich selbst gelernt. Viele Glaubenssätze über mich habe ich abgelegt, doch die Überzeugung, dass etwas "Eigenes" genau das Richtige für mich ist, ist geblieben - sie ist nicht nur geblieben, sie ist sogar noch mehr gewachsen!




Allerdings nicht von Anfang an. Wenn ich sage, dass ich sehr viel über mich selbst gelernt habe, dann bedeutet das unter anderem, dass ich mir sehr vieler meiner Eigenschaften irgendwann total bewusst wurde. Ich vermeide jetzt mal, von positiven oder negativen Eigenschaften zu sprechen, denn in diesem Zusammenhang kam mir auch die Erkenntnis, dass man da nicht pauschalisieren kann. Ich denke, es kommt immer darauf an, was man draus macht.

Ich habe beispielsweise festgestellt, dass ich nicht besonders teamfähig bin. Nicht, dass ich nicht sozial wäre oder mich für die Meinungen und Ansichten anderer nicht interessieren würde. Aber sobald es zu Gruppenarbeiten kam, war ich diejenige, die das Zepter in die Hand nahm, die ersten Vorschläge einbrachte und für das Organisatorische aufkam. Das ist erstmal nicht schlecht. Ich habe aber auch gemerkt, wie es sich in mir gesträubt hat, sobald wir als Gruppe von meinen eigentlichen Plänen abkamen. Ich bin ein absoluter Dickkopf, mit dem ich ganz gern schon mal Wände durchbrechen würde und sobald ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, will ich das auch durchziehen. Und zwar genau so und nicht anders. Etwas zu tun, von dem ich nicht hundertprozentig überzeugt bin, fordert unglaubliche Anstrengung von mir. Bevor ich jetzt ein zu schlechtes Licht auf mich werfe: ich hab ganz gut gelernt, das zu überspielen und nicht zu sehr rauszulassen :D




Was ich in dem Zusammenhang auch feststellen musste, ist, dass ich ein kleines Problem mit Autoritäten habe. Ich bin selbstverständlich keinesfalls respektlos gegenüber Menschen in "höheren Positionen" - was mir nur nicht in den Kopf gehen will, ist, dass sie gesellschaftlichen Ansichten nach mehr Respekt verdienen als andere. Es fällt mir demnach schwer, mich in eine angebliche "niedrigere Position" setzen zu lassen, da meiner Meinung nach jeder Mensch gleich viel Respekt verdient hat. Auch blinder Gehorsam liegt mir keinesfalls und so hatte ich auch nie ein Problem damit - in vernünftiger Art und Weise! - beispielsweise einen Lehrer auf Fehler hinzuweisen. 

Das sind Beispiele dafür, warum ich mich bezüglich meines Wesens nicht in einer Angestelltenposition sehe.  Zurück zum Punkt "Allerdings nicht von Anfang an": Zwischenzeitlich habe ich mich innerlich immer wieder ermahnt, mich dazu angehalten, diese Dinge zu ändern oder zu überspielen. Dann habe ich mir gesagt:

"Lena-Marie. So kommst du nicht weit.

Wie willst du jemals in einem Betrieb überleben, wenn du diese Verhaltensweisen und Eigenschaften nicht in den Griff bekommst? Wie willst du Aufgaben erledigen, hinter denen du nicht stehst, die dir aber nun mal aufgetragen werden? Wie willst du Entscheidungen im Team treffen, wenn du doch immer nur an deiner eigenen festhältst?"



Aber irgendwann ist mir aufgegangen, dass nicht ich mich selbst zwingend den Gegebenheiten anpassen muss -
ich kann auch einfach meine Lebensumstände an meine Person anpassen,

und ich denke, das ist definitiv der gesündere Weg. Sich zu verstellen, wirkt sich nicht gesund auf die Psyche aus. Das habe ich meine gesamte Jugend über gemerkt und zwischenzeitlich wieder vergessen. Oder verdrängt, weil ich dachte, dass ich einfach irgendwo reinpassen muss. Aber würde sich jeder mit meinem Wesen und meiner Denkweise der Arbeitnehmerwelt, wie sie momentan ist, anpassen, gäbe es keine Chefs und keine Unternehmen.

Ich arbeite sehr gerne und gerne auch sehr viel - solange ich dahinter stehen kann. Solange ich einen Sinn darin sehe. Ich stehe gerne freiwillig früh auf, um den gesamten Tag über gefühlt so produktiv wie möglich zu sein. Gegen fremdauferlegte Strukturen jedoch bin ich regelrecht allergisch. Es ist mein persönlicher Horror, mich fünf Tage die Woche, über mehr als vierzig Jahre hinweg, zeitlich und inhaltlich nach einem anderen Menschen zu richten. Und dann noch fremde Erwartungen zu erfüllen, sind für mich, als Menschen, der auch noch zeitweise mit psychischer Angeknackstheit zu tun hat, quasi der Tod.

Und deshalb mach ich es einfach nicht.

---

Aber natürlich ist das Sträuben gegen das Angestelltensein nicht der einzige Grund für meine Entscheidung, mich selbstständig zu machen! Im nächsten Post möchte ich gerne darauf eingehen, was ich grob geplant habe, was die Bekleidungstechnik für mich persönlich bedeutet und warum ich das, was ich tue und tun werde, so liebe!

LIFE: kompletto finito!

Ich weiß, bereits die letzten zwei Beiträge haben ungefähr genauso angefangen - aber JETZT ist meine Ausbildung wirklich und so richtig vorbei, denn am Freitag fand unsere Abschlussfeier statt. Ich bin nun offiziell Staatlich geprüfte bekleidungstechnische Assistentin. 

Eigentlich hatte ich mir schon vor ein paar Wochen vorgenommen, endlich wieder regelmäßig zu bloggen - wie ihr seht, hat das nicht so richtig geklappt :D 
Auf der einen Seite hatten wir noch unglaublich viel mit den Vorbereitungen zu tun, denn letztlich ist die Organsation der Abschlussfeier größtenteils an mir und meiner Josephine hängen geblieben. 
Auf der anderen Seite habe ich mich circa eine Woche lang ausschließlich mit meinem Abschlusskleid beschäftigt. Dummerweise hatte ich den Schnitt abends in einer Nacht- und Nebelaktion angefangen und dabei einen recht groben Fehler mit den Maßen gemacht. Glücklicherweise habe ich mein Kleid so oder so zur Probe genäht und dabei festgestellt, dass in der Brustweite fast zehn Zentimeter fehlten und auch der Rock fiel nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich habe also korrigiert, neu Probe genäht, nochmals geändert, ein drittes Mal Probe genäht.. und irgendwann war es endlich so, wie ich es wollte. Das richtige Kleid war tatsächlich die wenigste Arbeit und innerhalb kürzester Zeit erledigt.

Ich war zwischendurch SO kurz davor, einfach alles zu packen und in den Müll zu schmeißen. Gerettet hat mich der Gedanke, dass, wenn meine Frustrationstoleranzgrenze wirklich so unglaublich niedrig ist, ich es gleich mit der Selbstständigkeit vergessen kann. Also hab ichs durchgezogen.

































Wie ihr seht, ist es nicht wie in diesem Post beschrieben Dunkelblau mit Bronze geworden, sondern mit beige. Die Kombination von Blau und Bronze war mit dem einzigen Stoff, den ich in beiden Farben gefunden habe, einfach ZU kitschig und wirkte leicht billig. Nach dem ganzen Rumgefriemel mit dem Schnitt habe ich außerdem die Laschen an den Schultern und die "Verschluss-Passe" (keine Ahnung, wie ich es nennen soll..) doch weggelassen. So war es relativ schlicht, aber in Kombination mit Schuhen und Blazer eigentlich genau richtig für den Anlass.

Und nun hat es seinen großen Auftritt auch schon wieder hinter sich. 
Am Freitag begann um 17:30 Uhr der offizielle Part in der Kirche gemeinsam mit der Parallelklasse. Nach vielen, vielen Reden (der Direktor, die Bildungsgangleitung, unsere Klassenlehrerinnen, Josephine und ich, die Parallelklasse...), gab es endlich unsere Zeugnisse, zusammen mit einem Brief, den wir uns selbst im ersten Jahr geschrieben hatten und an den ich wirklich keinerlei Erinnerung mehr hatte - ich wusste nicht einmal mehr, dass wir diesen Brief jemals geschrieben haben, geschweige denn, was drin stand. Briefe von sich selbst und an sich selbst sind ja immer etwas seltsam und ich musste mich ein bisschen schlapp lachen, als ich ihn las. Unter anderem stand drin, dass meine Abschlussnoten wohl sicherlich recht zufriedenstellend waren. Nunja, was soll ich sagen? Eigenlob stinkt ja bekanntlich für den Großteil der Gesellschaft, ich hingegen bin eher der Meinung, dass man ruhig auch mal volle Bolle stolz auf sich selbst sein darf. Ich hoffe einfach, dass ihr eher meine Einstellung teilt und auch die Worte meines vorletzten Posts über meine Vergangenheit in Erinnerung habt, wenn ich nun sage: Ratet doch mal, wer mit einem Durchschnitt von 1,0 zur Besten-Ehrung auf die Bühne gebeten wurde... ?! :D

Gegen halb Acht ging es dann gemeinsam mit drei unserer Lehrerinnen zu dem Raum, den wir gemietet hatten. Wir hatten leckeres Essen vom Catering bestellt und so aßen wir gemeinsam, bevor gegen 10 Freunde kommen und mit uns feiern konnten. Zum "Feiern" ist zu sagen, dass quasi keine wirkliche Feierstimmung aufkam. Ich weiß nicht, was da los war, aber es war schon etwas enttäuschend, wie wenig diese Feier einer Abschlussfeier glich. Wenn ich das mal mit meinem Abiball vor sechs Jahren vergleiche... nee. Das kann man einfach nicht vergleichen. Viele fuhren mit dem Auto und tranken somit nichts und viele andere verbrachten den Abend nur noch mit ihren Freunden, sobald diese da waren. Aber ich will nicht meckern.

Es gab nämlich auch einen sehr schönen Aspekt an diesem Abend. Josephine und ich hatten uns noch eine kleine Überraschung überlegt und für jeden Schüler und unsere Klassenlehrerin ein kleines Heftchen besorgt, in das jeder, der wollte, ein paar nette Worte schreiben konnte. Obwohl unser Klassenzusammenhalt die drei Jahre über wirklich so gut wie kaum vorhanden war, nutzten fast alle die Gelegenheit, den anderen noch ein paar Gedanken mit auf den Weg zu geben. 
Als fast alle bereits weg waren, habe ich mich in eine ruhige Ecke gesetzt und angefangen zu lesen. Ich kam nicht weit, denn nach dem circa fünften Eintrag kullerten mir schon die Tränen. Ich war wirklich unheimlich gerührt, was für schöne und teils auch wirklich unerwartete Einträge ich erhalten habe. 



Darf ich euch ein paar Zeilen zitieren, die mich besonders berührt haben?


"Wo soll ich anfangen? Wie sollte ich eine so bezaubernde, facettenreiche und starke Frau nur mit Worten ehren?"

"Unsere Gespräche haben mich oft aufgefangen und mir den Halt gegeben, der mir bei anderen oft gefehlt hat."

"Ich finde es super, dass Sie den Mut und die Energie haben, sich selbstständig zu machen. [...] Wenn das Eine schafft, dann Sie!"

"Du bist geboren, um selbstständig zu werden!"

"Du hast mir gezeigt, was eine starke Frau ist. [...] Bitte bleib so offen, liebenswert, schön.. bleib einfach, wie du bist!"

"Du warst unsere Klassenmutter und dafür liebe ich dich!"


Ich denke, ihr könnt verstehen, warum ich so rührselig war. Ich hoffe, alle anderen haben genauso schöne Einträge wie ich erhalten... Und damit bringe ich diesen ewig langen Post mal zu Ende. Eine dicke, virtuelle Umarmung an alle, die diesen besonderen Abend in meinem Leben mit mir Revue passieren lassen haben! Ich hoffe, ich bekomme ganz bald die Fotos von unserer Fotogafin, sodass ihr noch ein paar Einblicke erhalten könnt :)

Blog-Sale

Wie bereits angekündigt habe ich gestern und heute viele, viele Stunden investiert, um einen Teil meiner ausgemisteten Kleidung zum Verkauf hier auf den Blog zu stellen, da ich leider noch keine vernünftige Alternative zu Kleiderkreisel gefunden habe. 

Es gibt viele Kleider, ein paar Jäckchen und Blüschen, kurze Hosen, Schuhe, Gürtel und Schmuck.
Abgesehen von meinem Abiballkleid liegen die Preise alle im Rahmen von 1,50 bis 10 Euro!

Mit einem Klick aufs Bild kommt ihr zur Unterseite: