SELBSTSTÄNDIGKEIT: Ich bin einfach kein Macher-Typ!

Tausend Artikel habe ich mir in den letzten Monaten über Selbstständigkeit durchgelesen. Was man beachten sollte, wenn man von Zuhause aus arbeitet. Was für Charakter-Eigenschaften man dafür braucht, um wirklich durchstarten zu können. 

Und was Erfolgsmenschen von "den Anderen" unterscheidet.

Erstmal ist Erfolg ja nun wirklich Definitionssache. Für mich bedeutet Erfolg, mein Leben so zu gestalten, wie ich es für richtig halte - ohne mich nach Konventionen zu richten, ohne mir reinreden zu lassen von Menschen, die angeblich wissen, was das Beste für mich ist. 
Aber gehen wir mal davon aus, dass diese Artikel doch eher jene Menschen meinen, die von Otto Normalbürger als erfolgreich gesehen werden. Erfolgreich = Dicke Kohle. Oder gut, sehen wir es etwas neutraler und gehen von denen aus, die mit ihrer Arbeit auch wirklich genug Geld verdienen können, um ihr Leben zu bestreiten und den gewünschten Lebensstandard aufrecht erhalten zu können - wie auch immer der aussehen mag.

All diese Artikel haben mir gesagt, dass diese Erfolgsmenschen Macher-Typen sind. Solche, die nicht groß grübeln, sondern einfach machen. Die keine Angst vor Kritik haben, die sich nicht erst alle möglichen Horror-Szenarien vor Augen halten, bevor sie loslegen. 

Ich bin kein Macher. Werde ich deshalb nie Erfolg haben?



Ich bin kein Macher, ich bin ganz genau der andere Typ - der Grübler. Ich überlege hin und her. Sehe oft den Wald vor lauter Bäumen nicht, neige zu Resignation, mache mich selbst und meine Ideen hin und wieder klein, bevor sie überhaupt das Potential haben, was Großes zu werden.
Ausprobieren? Könnte in die Hose gehen, der perfekte Plan muss erst ausgereift sein. Zwischendurch nochmal das Konzept oder den Stil ändern? Wirkt ja blöd auf alle, die es vorher schon kannten. Einfach anfangen? Aber ich weiß noch nicht wie das Ende aussehen soll. Einfach machen, was man will? Aber was will ich denn? Will ich x und y wirklich, oder denke ich nur, dass ich das will, weil ich es wollen soll? Weil es jeder will und gerade gut ankommt?

Versteht mich nicht falsch, ich denke natürlich nicht immer so. Sonst hätte ich nie den Mut gefunden, mich für die Selbstständigkeit zu entscheiden. Aber solche Gedanken schleichen sich nun mal immer wieder in meinen Kopf und blockieren mich.

Also. Werde ich deshalb nie Erfolg haben?
Ich glaube nicht.

Ich glaube, es ist wichtig, sein eigenes Tempo zu finden. Und so habe ich mich dafür entschieden, dass es okay ist, wenn ich alles etwas langsamer angehen lasse, solange ich nur etwas tue. Dass Mini-Schritte absolut in Ordnung sind, solange ich nicht stehen bleibe. Dass mit Sicherheit auch etwas Gutes daran ist, sich eben nicht sofort in jede Aufgabe zu stürzen, sondern vorher abzuwägen und eine Nacht drüber zu schlafen. 

Ja okay, ich wollte eigentlich schon längst einen Blog-Umzug hinter mir haben, mit neuem Namen, neuer Plattform, neuem allem. Aber vielleicht stelle ich in einigen Wochen oder Monaten fest, dass es gut war, das noch nicht überstürzt zu haben. Denn bisher ist doch immer alles irgendwie gut gegangen und jede Entscheidung hatte etwas Positives an sich.





Meine bisherigen Mini-Schritte bezogen sich auf alle Anschaffungen, die ich so benötige.
Mein Zuschneidetisch. Mein Schnittprogramm. Mein Plotter. Meine Overlock.
Diese Woche wird meine Industrie-Nähmaschine geliefert (Vorfreude PUR!!!), dann muss ich mich nur noch um ein vernünftiges Bügeleisen und ein bisschen Kleinkram kümmern. Meine Step-for-step-Logik sagt mir, dass, sobald alles steht, ich so hypermotiviert bin anzufangen, dass ich mich darum reeeeißen werde, all den bürokratischen Krams zu erledigen - um dann endlich loszulegen!
Aber wenn wir ehrlich sind: Mich hält keine fehlende Motivation davon ab. Was mich abhält, ist Angst! Angst vor dem Scheitern, Angst vor negativem Feedback, Angst vor... allem.

Wobei - was ist überhaupt das Schlimmste, was passieren kann? Ein bisschen Geld (höhö, bisschen ist gut) auf den Kopf gehauen und Erfahrungen gemacht zu haben - und mich dann eben neu orientieren zu müssen. Fertig.

LIFE: Brillenschlange

Ich war fünfzehn, als mein Geschichtslehrer die Geduld mit mir verlor. Ein Aspekt seiner Lehrmethoden war das Abschreiben von OHP-Folien, jede einzelne Stunde - und die konnte ich aus der letzten Reihe nicht lesen. Und leider auch nicht aus der ersten. Kurzsichtigkeit olé.
Ein paar Wochen hat er akzeptiert, dass ich bei meiner Sitznachbarin abschreibe. Dann hat er sich erbarmt, mir die Folie im Anschluss zu geben. Aber nach einer Weile drohte er mir mit Unterrichtsausschluss, wenn ich nicht endlich zum Augenarzt gehe...

Und so kam ich zu meiner ersten Brille. Und die war hässlich, also hab ich sie nur im Geschichtsunterricht getragen. Meine Eltern waren damals gegen Kontaktlinsen, deshalb habe ich es vier Jahre lang ausgereizt und bin bis zu einer Stärke von -2.5 ohne alles durch die Gegend gelaufen. Ich bin in fremde Busse gestiegen und wenn ich verabredet war, war ich eine Viertelstunde zu früh da, damit ich ja nicht im Menschengewimmel nach meiner Verabredung suchen musste. Ich sags euch, Eitelkeit ist nichts gutes! 

Mein nächster Brillenversuch scheiterte auch 2010, nach zwei Jahren Kontaktlinsen-Tragen. Nach nur kurzer Zeit gefiel sie mir auch schon nicht mehr und so trug ich sie nur Zuhause. 

Und jetzt, fünf Jahre später, mit inzwischen -4,0, wage ich den dritten Versuch. Ein halbes Jahr lang habe ich verzweifelt nach dem perfekten Modell gesucht, denn dass ich nach all den Jahren nur mit Kontaktlinsen meinen Augen dringend mal eine Pause gönnen muss, weiß ich schon lange. Leider habe ich wirklich empfindliche Augen, sie reagieren extrem auf Licht und werden viel zu schnell trocken. Sobald ich mich länger auf etwas konzentriert habe, bekamen die Linsen gleich zu wenig Tränenflüssigkeit und machten mir Probleme...   das will ich in Zukunft nicht mehr riskieren, denn ich werde sehr viel am PC und an der Nähmaschine arbeiten und beides erfordert viel Konzentration. Gerade an der Nähmaschine starrt man so lange auf die gleiche Stelle, teilweise ohne zu blinzeln... 

Aber ich bin ja leider wählerisch. Bei der einen stoßen die Wimpern an, bei der nächsten geraten die Augenbrauen zu sehr in den Hintergrund, die dritte macht die Nase zu breit. Ein bisschen business-mäßig sollte sie sein, aber nicht zu sekretärinnenhaft. Modisch, aber nicht zu Hipster. Auffällig, aber bitte auch nicht SO auffällig, dass man nicht mehr auf den Rest des Gesichts schaut.

TADA.




























Seit anderthalb Wochen zwing ich mich nun schon, ausschließlich Brille zu tragen, damit ich mich dran gewöhne und mein dritter Versuch endlich glückt. Etwas gewöhnungsbedürftig finde ich es immer noch, aber da ich sie wirklich schön finde, wird das schon. Lustigerweise fällt es sogar kaum jemandem auf und von einer alten Freundin habe ich auch schon ein "Wie? Du hast doch zwischendurch immer Brille getragen?!" gehört. Und auch meine Mama sagt, dass es so wirkt, als hätte ich nie anders ausgesehen. Check. Ziel erreicht! 

Aber die Brille ist nicht das einzige, wo ich einen neuen Versuch gewagt habe. Tatsächlich habe ich auch nach über zwei Jahren wieder in ein Smartphone investiert und somit findet ihr mich auch endlich wieder auf Instagram, und zwar genau wie früher unter @ohmarylane oder mit Klick aufs Bild!

Bloggen - früher und heute. Ein Beispiel.

Puh, da ist aber gerade was los bei den Bloggern, was? Überall ploppen Beiträge auf, wie wenig Spaß das Bloggen noch macht, wie hoch der Druck ist, wie alles vom Konkurrenzdenken geprägt ist. Solltet ihr davon tatsächlich noch nichts mitbekommen haben, lest euch mal den Blogspot von Anne durch, der das alles sehr gut zusammenfasst und den von Ariane, deren Ansichten dazu ich sehr interessant finde - weil sie irgendwie sehr richtig sind.

Diese ganze "Diskussion", wenn man sie so nennen mag, nervt mich ein bisschen. Vor allen Dingen, weil ich irgendwie sehr zwiegespalten bin. Ich verstehe beide Seiten. Die Seite, die sagt "die Bloggerszene mit ihrer bemühten Perfektion ist zum Kotzen, ich hasse den Druck" und die, die sagt "dann ändert doch was, ihr macht doch selbst mit bei dem ganzen Terz!"

Ja, die Bloggerszene hat sich verändert. Wir Blogger haben uns verändert, und die Leser haben sich verändert. Ich blogge jetzt seit ungefähr zehn Jahren. Anfangs war es ein persönlicher, passwortgeschützter Blog bei myblog und es war damals üblich, tagebuchmäßig von seinem Alltag und seinen Gefühlen zu schreiben. Als ich dann hier bei Blogspot "öffentlich" wurde, war mir klar, dass meine Gefühle in der Form wie früher hier nichts mehr verloren haben. Zu öffentlich, zu viel Angriffsfläche. Also blieb der Alltag.

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Ein Post von vor gut fünf Jahren hätte ungefähr so ausgesehen:

"Ich war heute in der Stadt! 
Ich musste dringend zum Frisör, zur Bücherei, zum Arzt wegen einer Überweisung und auch zur Krankenkasse, weil ich mich dringend erkundigen musste, wie das jetzt läuft wegen der Selbstständigkeit. 
Meine Haare sind nun noch etwas kupfriger als zuvor, was man auf den Bildern leider gar nicht so gut erkennt. Seit Wochen war ich nun schon auf der Suche nach einem orangem Lippenstift, bei DM bin ich aber mal wieder nicht fündig geworden, dafür hab ich aber ein paar Nagellacke gekauft... Wegen des Lippenstifts hab ich also im Reformhaus geschaut und tadaaaa. Das Ergebnis könnt ihr auf den Bildern sehen! Anschließend war ich endlich mal in der "Kaufbar", einem sozialen Gebrauchtwarenkaufhaus, dessen Erlös dafür genutzt wird, Menschen wieder eine berufliche Perspektive zu bieten. Da wollte ich ewig schon hin. Gekauft habe ich zwei Blazer und ein Kleid, das ich allerdings noch umnähen werde. Alles wahnsinnig gut verarbeitet, für insgesamt 7,50 Euro."

gefolgt von zig Bildern. Von mir, die alle irgendwie gleich aussehen (damals wären sie alle in voller Größe untereinander geordnet gewesen, aber das wollte ich euch jetzt echt nicht antun!) und dann natürlich von den neuen Errungenschaften.


Das Krasse ist: damals hätte ich für den Post um die 15-25 Kommentare bekommen. Und heute? Kriege ich die selten noch, trotz mehr "Professionalität". Aber würde diesen Wischiwaschi-Post wirklich noch jemand lesen, geschweige denn kommentieren wollen? Ich glaube nicht.

































Heute hätte ich aus dieser kleinen Alltagsstory vielleicht folgende Posts kreiert, weil ich glaube, dass das von euch erwartet und das auch meinen eigenen Ansprüchen eher gerecht werden würde: 

- Krankenversicherung für Selbstständige - worauf muss ich achten?
- der passende Lippenstift für Kupferhaare - Review inklusive Diskussion um die Inhaltstoffe, denn Lakshmi ist zwar tierversuchsfrei, der Lippenstift ist aber auf Butterbasis hergestellt, was ich leicht befremdlich finde
- drei Nagellacke (Nagellacks, Nagelläcke?) auf einmal - gerade ich, die Kosmetikprodukt-Minimalistin, die vorher gerad mal genauso viele im Schrank stehen hatte?
- Secondhand-Kleidung - jeweils ein Outfitpost pro Teil, plus Vorher-Nachher und vielleicht noch ein How-Two wie das Kleid verändert wurde; außerdem der Gedanke, ob ich durch meinen Kauf nicht wirklich "Bedürftigen" etwas wegnehme.. ?

Ihr seht vielleicht, worauf ich hinaus will: Ja, ich kenne das, mit dem Druck beim Bloggen. Man will mit seinen Posts jemanden erreichen, dafür will man so professionell wie möglich sein, denn Blogs gibt es wie Sand am Meer. Ja, auch den Neid und die Konkurrenzgedanken kenne ich, denn es ist enttäuschend, stundenlang an einem Post gesessen zu haben und dann vielleicht gerade mal drei Kommentare zu bekommen. Dann fragt man sich, wie das bei anderen läuft, warum die für Posts, die für einen selbst viel weniger aufwändig erscheinen, viel viel mehr Kommentare und Aufrufe bekommen. Und hey, ich bin ja eigentlich schon eher eine von der Sorte, die nicht unbedingt fame-geil ist und die Blogger-Weltherrschaft anstrebt. 

Aber ja, ich kann verstehen, dass der Perfektionismus, der daraus resultiert, einem die Freude am Bloggen nimmt, denn diese Unlust überfällt mich selbst regelmäßig. Es ist schwer, sich NICHT danach zu richten, was "der Leser sehen will", sondern einfach zu machen, worauf man Lust hat. Denn seien wir mal ehrlich - dann kommen meist nicht nur nur zwei oder drei Kommentare, sondern gar keine. Und wer mir jetzt erzählen will, dass er eh nur für sich selbst bloggt und das deshalb nicht schlimm ist - dem glaub ich nicht, sorry.


Beispiele übrigens aus der Vergangenheit für völlig nichtssagende Posts meinerseits mit verhältnismäßig viel zu vielen Kommentaren:


Was denkt ihr zu diesem Thema? Steht die Bloggerwelt mal wieder vor nem Umbruch? 

SELBSTSTÄNDIGKEIT: This is the beginning

Blockaden überwinden. Nicht zu viel grübeln. Einfach anfangen und MACHEN
Leichter gesagt als getan!

Die letzten Wochen habe ich das "einfach anfangen" im Bezug auf meine Selbstständigkeit einfach mal verdrängt und mir gesagt, dass ich noch ein bisschen freie Zeit verdient habe. Gleichzeitig wurde ich immer rappeliger und unzufriedener und so kam es, dass ich vorgestern die erste Investition getätigt - unglaubliche 10 Euro für eine gebrauchte Tischplatte für meinen Zuschneidetisch!! Jetzt fehlen nur noch die Böcke - und gestern kurzerhand angefangen habe, die Wohnung umzuräumen, um mein bisheriges Zimmer zu einem Arbeitszimmer umgestalten zu können. Denn erstmal werde ich Zuhause bleiben. Ich hätte zwar so unglaublich gern eine eigene Räumlichkeit, aber für den Anfang ist mir das einfach zu teuer und riskant.

Meine Couch und die Büchersammlung kamen ins Schlafzimmer, wofür der Katzenbaum umgestellt werden musste. Typisch ich, konnte ich natürlich nicht warten, bis der Mann nach Haus kommt, sondern mach einfach allein und sofort - bis ich irgendwann einsehen musste, dass ich die Couch, die breiter als die Türrahmen sind, nun echt nicht allein rüberbekomme. Aber glücklicherweise habe ich ja fast alle starken Onkel im Rentenalter nicht weit von mir und so stand das Sofa keine halbe Stunde nach meinem Anruf dort, wo ich sie haben wollte. Yey!






Meine Schreibtische wurden ein wenig auseinander gefriemelt und so deponiert, dass ich mich von beiden Seiten setzen kann. An die leere Stelle, wo jetzt der weiße Stuhl steht, kommt der Schnellnäher, daneben die Overlock. Der lange Schreibtisch ist für Laptoparbeiten, also Blog, Schnitte, etc. reserviert. An die Stelle, an der nun das lange Regal liegt, kommt wohl der Plotter, das Bügelbrett gegenüber an die Wand, die auf den Fotos nun nicht sichtbar ist. Hach, ich freu mich.

Bleiben ja nur noch eine Millionen offene Fragen wie beispielsweise: Schnellnäher und Plotter teuer vom Händler oder gebraucht kaufen? Soll ich überhaupt schon einen Plotter kaufen oder in der ersten Zeit dauernd in die Stadt rennen und drucken lassen? Reicht die Overlock erstmal in der Haushalts-Variante? Lasse ich meine neue Website professionell erstellen, inklusive Shop, oder gebe ich mich doch erstmal mit Dawanda und Konsorten zufrieden und frickel am Layout selber rum? 
Von den ganzen steuerlichen, rechtlichen und bürokratischen Dingen mal abgesehen, die mir immer noch ein groooßes, rotes Fragezeichen in den Kopf brennen!

Aber ich bin da ja ganz zuversichtlich. Manchmal zumindest.

GEDANKEN: Leben ohne Reisen?

Vor zwei Jahren war mein letzter Urlaub. In Holland. Ich war noch nie außerhalb Europas und auch da nur das Typische: Frankreich, Spanien, Österreich, ...  Auch Kurztripps kann ich an weniger als einer halben Hand abzählen: Hamburg und London.

Manchmal, wenn ich so durch Blogs scrolle, oder mir meine Freundinnen anschaue, die alle ständig irgendwo in der Weltgeschichte herumbummeln, dann fühl ich mich langweilig. Dann frag ich mich, ob ich nicht auch eigentlich schon längst mal mehr gesehen haben sollte. Horizont erweitern und so. Aber diese Momente halten nur ganz kurz an. Denn eigentlich, und das klingt für die meisten in meinem Alter sicher etwas befremdlich, habe ich kein großes Verlangen danach, mehr von der Welt zu sehen. Es ist nicht so, als würden mich fremde Kulturen nicht interessieren und wenn mir jemand ne Reise schenken würde - ja dann gerne, immer her damit! Aber extra sparen zum Beispiel? Dafür ist es mir einfach nicht wichtig genug.

Oft habe ich das Gefühl - und nein, ich möchte definitiv nicht pauschalisieren! - dass viele reisen, um zu flüchten. Weil sie es an einem Ort nicht lange aushalten können. Und weil sie ihren Platz in der Welt noch nicht gefunden haben, keinen Platz, an dem sie sich zu Hause fühlen, einfach nicht richtig ankommen können. 

Ich dagegen, die eigentlich gleich nach dem Abi weit weg wollte, fühle mich in den letzten Jahren so sehr mit meiner Kleinstadt verbunden, dass ich sogar das Stadtmagazin bei Facebook abonniert habe um auch jede Neuerung mitzubekommen. So sehr, dass ich mir vorstellen kann, für immer hier zu bleiben. Ich habe nicht das Gefühl, etwas zu verpassen, wenn ich lange an einem Ort bin.

Und das finde ich dann irgendwie auch gut. Ich hab gern das wohlige Gefühl von Zuhause. 

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Wenn ihr den Post lest, bin ich jedoch zur Abwechslung mal nicht in Viersen, sondern besuche meine Familie für ein paar Tage in Holland, in ihrem Urlaub :)