BOOKS: Solopreneur - Alleine schneller am Ziel

Über "Blogg dein Buch" habe ich vor kurzem das Buch "Solopreneur" von Brigitte und Ehrenfried Conta Gromberg erhalten, um es lesen und rezensieren zu können.

Es handelt sich dabei um ein Plädoyer für das Solopreneurship - ein Wortspiel aus Solo und Entrepreneurship - also für ein solo geführtes Unternehmen. Ein Solopreneur ist jedoch nicht einfach nur ein Selbstständiger ohne Angestellte, der im Normalfall auf Aufträge angewiesen ist und nach einem selbstgewählten Stundenlohn bezahlt wird. Die wichtigsten Kriterien beim Solopreneurship sind zum einen einfache Strukturen bzw eine "smarte" Organisation des Unternehmens und das Angebot eines eigenen skalierbaren Produktes, das für eine gewisse Automatisierung sorgen soll und so zu mehr Balance zwischen Leben und Arbeit führt, zu mehr Unabhängigkeit und Selbstbestimmung.

Das klingt jetzt ziemlich kompliziert, richtig? Das beste Beispiel, mit dem ich es mir selbst zu Beginn erklären konnte, war folgendes: als Selbstständiger könnte ich darauf warten, dass ich einen Auftrag zur Erstellung eines Schnittmusters nach der Idee des Kunden erhalte. Diese wird mir dann einmalig nach der Anzahl der Stunden bezahlt, die ich dafür benötigt habe. Oder aber ich erstelle als Solopreneur nach meiner eigenen Idee ein Schnittmusterbuch, das anschließend von einer unbegrenzten Anzahl an Personen gekauft werden kann.

Das Buch zeigt nun grundlegende Aspekte auf, die es beim Solopreneurship zu beachten gilt und hilft dabei herauszufinden, ob diese Art des Unternehmertums für einen selbst gemacht ist.




























Meine Meinung

Ich würde gern zuerst auf die Aspekte eingehen, die ich als negativ empfunden habe.
Zum einen fand ich das Buch eher schwer zu lesen. Das lag nicht daran, dass das Thema selbst kompliziert ist, sondern eher am Schreibstil der beiden Autoren. Der Satzbau wirkte auf mich einfach nicht so richtig natürlich, was dazu führte, dass ich einige Passagen mehrere Male gelesen habe, weil meine Konzentration etwas nachließ. Auch die vielen, vielen Anglizismen brachten mich teilweise sehr aus dem Lesefluss und das öfter Themen angeschnitten wurden, nur um dann darauf zu verweisen, dass später noch einmal genauer darauf eingegangen werden würde. Das hatte auf mich häufig eine eher unstrukturierte Wirkung, die mich durcheinander gebracht hat.

Ein weiterer Negativpunkt ist, dass die Definition des Solopreneurs über die ersten Kapitel verteilt immer noch einmal erneut aufgegriffen und erweitert wurde, so dass ich zeitweise den Gedanken hatte, nach der Hälfte des Buches immer noch nicht genau zu wissen, was denn nun einen solchen ausmacht. Meiner Meinung nach hätte man das fürs Verständnis besser bündeln sollen, so dass man sich anschließend ganz auf die Tipps und Hinweise konzentrieren kann.

Das klingt jetzt erstmal recht negativ, aber das bedeutet nicht, dass mir das Buch im Gesamten nicht gefallen hätte.

Positiv aufgefallen sind mir beispielsweise die vielen Fallbeispiele (fast 30 Stück), die geholfen haben, die Definition des Solopreneurs besser zu verstehen. Außerdem machen sie deutlich, dass diese Form des Unternehmertums tatsächlich häufiger praktiziert wird, als man vielleicht zu Beginn denkt. Es werden allerdings nicht nur fremde Beispiele aufgezeigt. Brigitte und Ehrenfried Conta Gromberg zeigen auch ganz deutlich, warum für sie als Ehepaar solo am besten funktioniert, was das Buch etwas persönlicher gestaltet als viele andere Ratgeber zu ähnlichen Themen. Sympathisch fand ich dabei vor allen Dingen, dass es laut ihnen beim Solopreneurship nicht vordergründig um das große Geld geht, sondern um die idealste Art des Integrierens der Arbeit ins eigene Leben, ohne sich von ihr beherrschen zu lassen. Auf der anderen Seite räumen sie aber auch mit dem Klischee des passiven Einkommens auf, bei dem sich der Solopreneur nach erster getaner Arbeit auf die faule Haut legen und das Geld für sich arbeiten lassen kann. Es ist also durchaus realistisch, auch im Bezug darauf, dass diese Form von Unternehmertum nichts für jede Art von Mensch ist.

Ein für mich persönlich wichtiger Punkt waren die Ansichten der Autoren, warum es nichts Negatives ist, am liebsten alleine arbeiten zu wollen. Unternehmer müssen sich immer noch häufig erklären, warum sie niemand anderen mit "ins Boot" holen, denn für die breite Masse ist ein Unternehmer jemand mit Angestellten und Firmenwagen oder aber auch Teil eines Start-ups. Da ich selbst schon häufig darüber nachgedacht habe, ob ich nicht eigentlich ein wenig teamfähiger sein müsste, als ich es tatsächlich bin, half mir das Buch definitiv dabei, von alten Denkmustern Abstand zu nehmen.


Das Buch Solopreneur ist im "hauseigenen" Verlag smartbusinessconcepts erschienen und kann hier bestellt werden.

LIFE: Geburtstags-Leni // Kindheits-Facts

Heute ist mein Geburtstag. Zuerst dachte ich, dass die inzwischen doch recht hohe Zahl - ich nenne mal die Quersumme: acht. Nein, weder 17 noch 35 - ein Grund dafür wäre, sich nicht mehr auf seinen Geburtstag zu freuen und vielleicht auch gar nicht mehr feiern zu wollen. Aber das kann ich jetzt doch nicht bestätigen! 

Ich freu mich doch wieder jedes Jahr wie ein kleines Kind und bin immer noch dafür, dass man eine ganze Woche Geburtstag feiern sollte. Aber dass ich mich langsam ein bisschen alt fühle, kann ich doch nicht von der Hand weisen. 
Als ich letztens im Auto saß, kam mir eines mit einem Kennzeichen mit der Zahl 2000 entgegen. Ich habe kurz überlegt, dass bestimmt das Kind in dem Jahr geboren wurde und habe nachgerechnet, wie alt das dann heute ist (jaja, ich rechne gern im Alltag..). Als ich die fünfzehn dann im Kopf hatte, dachte ich mir plötzlich, dass das doch gar nicht sein könne. 2000 ist schließlich elf Jahre nach meinem eigenen Geburtsjahr und irgendwas haut doch dann nicht hin mit der Rechnung, denn fünfzehn kann noch gar nicht so lange her sein. Aber ja, doch. Fünfzehn und elf sind sechsundzwanzig und... mist. Das haut doch hin. 

Außerdem heiraten hier plötzlich alle um mich rum. Naja gut, alle ist natürlich wie immer übertrieben. Aber die erste meiner Freundinnen. Und mein erster Exfreund, das habe ich über seinen Vater beim Lebensmittel-Einkauf an der Kasse erfahren - in dem Alter bin ich jetzt nämlich, in dem man Neuigkeiten nicht über social media, sondern beim Einkauf erfährt! :D





















Zur Feier des Tages habe mir überlegt, euch mal zehn Fakten aus meiner Kindheit zu erzählen - ich persönlich lese sowas nämlich immer total gerne! 

1. Als ich noch nicht ganz so gut sprechen konnte wie heute, hatte ich einen Lieblingssatz, den ich mit Vorliebe vom Stapel ließ, wenn meine Eltern etwas von mir wollten - um deutlich zu machen, dass ich gar nicht wüsste, was sie meinen: "Teeeee diiii nit!" (Ich übersetze mal für den Notfall: "Versteeeh diiich nicht!"). Der Satz wird mir heute noch vorgehalten und auch gerne mal von meiner Mutter benutzt. 

2. Ich war ganz leicht neugierig als Kind. Deshalb habe ich jede sich bietende Möglichkeit genutzt, irgendwo meinen Kopf zwischen zu stecken oder gleich ganz hineinzuklettern. Ich steckte bereits in einem offenen Schrankfach fest, außerdem unter dem Schrank selbst und auch zwischen dem Treppengeländer. Meine Schwester behauptet gerne, dass ich deswegen Segelohren hatte..

3. Meine Familie und ich haben immer gerne Urlaub auf dem Campingplatz in Holland gemacht. Eines Tages bin ich ausgebüxt und bin so lange alleine durch die Gegend gestreunt und war schon fast vom Platz runter, bis der Sicherheitsmann mich wieder eingesammelt und zurückgebracht hat.

4. Meine Schwester hat mich immer extrem gerne durchgekitzelt - bis ich geheult habe. Daraufhin war meine Mutter bei jeder Kitzelattacke immer ganz aufgeregt und ermahnte meine Schwester mit den Worten: "Niiiicht, das Kind wird doch hysteeeeeerisch!" Damit habe ich mich dann natürlich auch immer aus der Schusslinie zu nehmen versucht - hat aber nicht geklappt. Auch eine Sache, die mir heute immer noch gern aufs Brot gestrichen wird. (Zitat Neffe 1: "Was ist denn rusteeerisch?")

5. Ich konnte schon relativ früh buchstabieren, noch bevor ich lesen konnte. Mein erstes Wort war Marmelade und ich war immer so stolz auf mich! Bis mein Vater regelmäßig sagte: "Buchstabier erstmal Elektrizitätswerk, dann biste gut!" Aber irgendwann konnte ich es. Heute zieh ich meine Neffen mit dem selben Spruch auf ^^


6. Auf meinem Lieblings-Tshirt waren zwei Bären. Die hatten Tshirts an, auf denen ebenfalls zwei Bären waren. Und die Bären darauf hatten Tshirts an, auf denen ebenfalls ....  und so weiter. Das hätte ich gerne nochmal.

7. Ich gebe es ja ungern zu, aber ich war ein wirklich, wirklich anstrengendes Kind. Ich hatte regelmäßig Tobsuchtsanfälle, weil - und jetzt passt auf - meine Unterwäsche oder meine Socken nicht richtig saßen und gezwickt haben. Meine Mutter musste mich ständig heulend (also ich) an der Schule absetzen, weil ich mich einfach nicht beruhigen konnte. 
[Noch weniger gern gebe ich zu, dass ich auch heute noch richtig empfindlich bin bei allem, was Berührungen, meine Haut und Textilien angeht. Ständig kribbeln meine Zehen und Fingerspitzen und wenn mein Freund sich beispielsweise neben mich auf die Decke setzt, mit der ich zugedeckt bin, und sie mich somit "beschwert", oder er aus Spaß die Decke an den Seiten unter mich stopft, dann raaaaste ich aus!]

8. Meine Lieblingsbücher waren Willi Wieberg, die Pinguine Pit und Pat und die kleine Raupe Nimmersatt. Das absolute Highlight aber, das Buch, mit dem ich mich am meisten identifizieren konnte - oder eher von meiner Verwandschaft am meisten damit in Verbindung gebracht wurde - war "Der kleine Käfer Immerfrech", der sich mit jedem noch so großen Tier mit den Worten "Willst du mit mir kämpfen?" anlegte und dann doch jedes Mal "Ach geh, du bist mir viel zu klein" hinterher schob. Jaja. Manchmal nennt man mich heute noch Käfer Immerfrech... 

9. Ich behaupte gerne, dass meine Kindergartenzeit ein Trauma herbeigeführt hat. Denn ich musste gegen meinen Willen bei einer Erzieherin auf dem Schoß sitzen und außerdem durfte man nur ein einziges Bild am Tag malen. Es gab aber auch gute Zeiten, ich war beispielsweise mit Philipp verlobt - der hat auch schon brav Pfennige für meine Brautschuhe gesammelt.

10. Ich habe an so gut wie jedem meiner Kinder-Geburtstage geheult, weil irgendetwas nicht so abgelaufen ist, wie ich das wollte (hatte ich schon erwähnt, dass ich ein schwieriges Kind war... ?). Einmal habe ich geweint, weil ich statt einer Original Barbie eine Steffi Love bekommen habe. Dabei habe ich eigentlich nie mit Barbies gespielt, sondern war immer mehr der Duplo- und Lego-Baumeister. Vor ein paar Monaten haben wir festgestellt, dass meine Schwester und ich generell sehr wenig interaktiv gespielt haben - wir haben immer nur alles aufgebaut (Lego), angezogen (Barbies), aber uns nie irgendwelche Geschichten dazu ausgedacht. Die Erkenntnis daraufhin war, dass wir deshalb so ein bisschen unsozial sind heute! 

CREATIVE: mein neues Baby

Na ihr Lieben, da habe ich ja mal wieder etwas länger nichts von mir hören lassen. Das liegt einerseits an ein bisschen Unlust, andererseits an der letzten Klausurenphase vor den Prüfungen und auch an Planungen bezüglich der Selbstständigkeit.

Momentan läuft es da nicht so richtig rund, was das angeht. Ich tappe ein wenig auf der Stelle und bin irgendwie zu unsicher, um die nächsten Schritte anzugehen. Letzte Woche hatte ich dann so einen richtigen "SO, du musst jetzt irgendetwas tun!"-Moment. Daraufhin habe ich bei Ebay Kleinanzeigen nach Maschinen geschaut, sowohl Haushaltsmaschinen, Schnellnähern und auch Overlocks und wenige Tage später ein paar Termine zum Probenähen ausgemacht. 

Mit meiner Haushaltsmaschine war ich ja eigentlich bereits seit Anfang an unzufrieden und inzwischen kann sie auch nichts anderes mehr als geradeaus-nähen. Daher wollte ich ganz unabhängig von der Selbstständigkeit (bei der ich sie eh hauptsächlich für Ziernähte und Knopflöcher brauchen würde) eh eine neue, denn spätestens, wenn ich mich auf die Prüfungen vorbereite, wäre ich an meiner wahrscheinlich verzweifelt.

Das ist es nun, mein neues Baby. Eine älteres Brother-Modell, was so schon gar nicht mehr im Handel zu finden ist, gut erhalten und mit ganz viel Zubehör. Eeeendlich ein automatischer Fadenabschneider und die Geschwindigkeitsregulation. Finde ich super.

Ein bisschen traurig war der Kauf aber auch, denn die Maschine gehörte einer älteren Dame, die aufgrund von nur noch 4% Sehkraft nicht mehr in der Lage ist, damit zu arbeiten. Ihr Sohn erzählte mir, dass sie sich immer wieder dran setzt und ausprobiert, aber das klappt natürlich nicht mehr. Als ich mich dann schließlich zum Kauf entschieden habe, war die Frau den Tränen nahe. Ich war irgendwann so gerührt, dass ich ihr angeboten habe, dass sie mich gerne mal besuchen kommen kann, wenn sie ihr gutes Stück vermisst. Daraufhin war sie so froh, und hat sich ständig bedankt und gesagt, dass sie so glücklich ist, dass nun ein so lieber Mensch ihre Maschine hat. Als ich gegangen bin, habe ich selbst fast geweint, es war echt sehr traurig!

Ich hoffe, dass ich dem Maschinchen ein gutes zweites Leben bieten kann und ich glaube, aufgrund der Hintergrundgeschichte werde ich sie noch viel mehr zu schätzen wissen :)
 


Ein Tipp noch am Rande: wenn ihr nähen lernen wollt, dann verzichtet auf Discounter-Käufe. Bei den Maschinen, die dort so für 100 Euro angeboten werden, kann man vielleicht Glück haben, aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sich beim Großteil nicht mal "das bisschen" Geld lohnt. Ihr werdet nicht lange Freude daran haben, deshalb investiert lieber in eine bessere, gebrauchte Maschine. Ich habe nur schlechte Erfahrung mit den neuen Singer-Modellen gemacht - mit Brother und Pfaff dagegen nur gute. 
Bei Industrienähern (da habe ich auch schon einen im Auge..) empfehle ich Dürkopp Adler, Yuki und ebenfalls Pfaff. 

Nun kann ich übrigens auch endlich bald mal den zweiten Post zum Nähmaschine einrichten fertig machen - ich freu mich :) 

LIFE: Frühlingsgefühle // Was wäre, wenn.. ?

Und, was habt ihr an diesem herrlichen Frühlingswetter-Tag gemacht?

Vor einer Weile hat sich eine blöde Angewohnheit in mein Leben geschlichen: alles, wofür ich unter der Woche keine Energie habe (weil eigentlich nervig, keinen Spaß machend und blöd) verschiebe ich aufs Wochenende, wo man ja bekanntlich mehr Zeit für sowas hat. Deshalb habe ich meinen Freund auch erstmal wie ein Auto angeschaut, so ganz nach dem Motto: "siehst du eigentlich nicht, was ich hier noch alles erledigen muss?!" als er fragte, ob wir Richtung Jülich fahren wollen, zu einem Feld, wo nach seinen Luftbild-Analysen ganz sicher mal römische Villen standen - nein nein, das müsst ihr jetzt alles nicht verstehen..  

Eigentlich wollte ich aufräumen. Ich wollte das Bad machen, den Schlafzimmerschrank aussortieren, einen ganz anderen Post schreiben, dann stand noch dämlicher Ausbildungskram an, ein Paket musste gepackt werden und das Katzenklo ganz dringend ausgesiebt werden.

Also sagte ich zu. Ab auf die Autobahn.


Während der Herr sich Felder anschaute, machte ich ein paar Fotos, räumte Müll aus unserem Auto und legte mich schließlich einfach oben drauf, um ein bisschen zu lesen. Und dann beschloss ich, mal nicht mehr produktiv sein zu müssen und jetzt einfach gar nichts zu tun. Also ließ ich mir die Sonne auf meine nackten Füße scheinen, ein ganz leichtes Lüftchen wehte und ich konzentriere mich aufs Vogelgezwitscher. Wie gut das tut, einfach mal die Aufgaben Aufgaben sein zu lassen, weil es doch eigentlich driet-egal ist, ob im Bad nun ein Katzenhaar mehr oder weniger auf dem Teppich ist (ganz ehrlich: ganz weg saugen kann man die ollen Fussel eh nie) und das Paket Montag mittags oder halt erst abends verschickt wird. Ich glaube nicht, dass ich mich nach dem Erledigen meiner imaginären To-Do-Liste besser gefühlt hätte, als nun mit nackten Füßen auf meinem Autodach. Niemals.

Während meine Gedanken so schweiften, fiel mir der Post von Maria ein, die bei der Blogparade von Sandra zum Thema "Wenn du dein Leben noch einmal neu starten könntest - Was würdest du dann tun?" mitmachte. 

"Was wäre wenn? Wenn du die Chance hättest, nochmal neu anzufangen? Was würdest du beruflich werden wollen? Welche Entscheidungen würdest du dann anders treffen? An welchen Weggabeln anders abbiegen?"

Ganz genau passend zu meinen Prä-Geburstags-Gedanken, die mir Jahr für Jahr beim Nachdenken über die wieder höhere Zahl, die es sich zu merken gilt, durch den Kopf gehen und aber eher so klingen: "Lebe ich mein Leben nach meinen eigenen Vorstellungen und Idealen? Versuche ich, fälschlicherweise fremden Erwartungen gerecht zu werden? Bist du die Person, die du sein möchtest?"




Von kleineren, unwichtigeren Kinkerlitzchen abgesehen, bin ich unglaublich zufrieden mit mir und meinem Leben. Und was noch besser ist: dieser Satz trifft mit jedem Lebensjahr mehr und mehr zu, es scheint, als würde meine Zufriedenheit einer linearen Funktion gleichen. Ich lebe ein gutes Leben. Ich habe hier zuhause den besten Lieblingsmenschen an meiner Seite, mit dem ich seit vier Jahren nicht nur am liebsten rumwitzel, sondern mich auch am liebsten in die Wolle kriege, und zwei Fellkinder, die mir jeden Tag versüßen. Nur wenige Autominuten entfernt die besten Eltern, und in die andere Richtung die beste Schwester und die besten Neffen, bei denen mir das Herz aufgeht, wenn sie mich ab und an "Tante Trulla" nennen. Auch auf gute Freunde kann ich mich verlassen, auch wenn manche von ihnen einige hunderte Kilometer weit weg sind. Ich tu Dinge, die mir Freude bereiten, nehme mir Zeit für das, was mir wichtig ist und ich mag an mir, dass ich mich an Kleinigkeiten erfreuen kann, ich kritisch bin und Dinge in Frage stelle. Und dass ich echt bin und mich nur selten dabei erwische, mich aus unerklärlichen Gründen zu verstellen.

Genau wie Maria in ihrem Post sehe ich es so, dass ich dieser Mensch nicht geworden wäre, wenn ich mein Leben nicht genauso gelebt hätte, wie ich es bisher getan habe. Mit anderen Entscheidungen wäre ich vielleicht heute nicht so, wie ich nun mal bin.

Aber nehmen wir tatsächlich mal an, ich könnte mich an manchen Stellen anders entscheiden und es würde trotzdem die heutige Leni dabei herauskommen. Dann gäbe es zwei wichtige Punkte, die ich anders tun würde. Zum einen hätte ich sehr viel früher versucht, den Mut aufzubringen, gegen meine Depressionen und andere Probleme anzugehen und nicht erst nach fast einem Jahrzehnt. Das hätte mir unter Umständen sehr viel Kummer erspart. Zum anderen hätte ich nicht auf den Mitarbeiter des psychologischen Instituts, in dem ich vor sechs Jahren einen IQ- und Neigungstest bzgl Berufswahl gemacht habe, hören sollen, der der Meinung war, dass ein handwerklicher Beruf eine Verschwendung meiner Intelligenz sei. Lieber hätte ich auf meine Mutter und meine Freunde vertrauen sollen, die von Anfang an gesagt  habe, ein Studium sei nichts für mich und ich wäre in einem kreativen, handwerklichen Umfeld viel besser aufgehoben. Das sind Dinge, über die ich mir häufiger Gedanken mache.

Aber Fakt ist nun einmal: dann wäre ich nicht ich. Und ich bin eigentlich ganz gerne ich!

Was denkt ihr darüber? 

BLOGGER DENKEN NACH: Wo kaufe ich, wo nicht?

Kaum veröffentlichte Ariane ihren letzten Post, fiel es mir siedend heiß wieder ein: ich hatte da doch letztens eine Mail bekommen, die ich eigentlich lääängst beantworten wollte! Die Mail war von Maren und beinhaltete ihre Idee einer Blogreihe zum Thema Nachhaltigkeit, die ganz ohne erhobenen Zeigefinger auskommen soll. Das ganze Jahr über gibt es jeden Monat ein anderes Unterthema, zu dem man sich Gedanken machen und einen Post verfassen kann, den man dann wiederum auf Marens Blog verlinken kann. Da ich sowieso finde, dass ich viel weniger zum Thema Nachhaltigkeit blogge, als ich könnte, bin ich natürlich gleich mit von der Partie! Ich bin gespannt, was den teilnehmenden Bloggern zu den Themen so alles einfällt, ob ich noch die ein oder andere Idee in meinen Alltag integrieren kann oder auf Gedankengänge stoße, die ich so noch nicht hatte! 


VON ADIDAS BIS ZALANDO - WO KAUFE ICH, WO NICHT?
Gleich das Thema für den März ist eines meiner liebsten - die Auseinandersetzung mit Bekleidungsmarken.




























Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich euch jemals hier erzählt habe, WIE genau das Thema Nachhaltigkeit mit all ihren Facetten überhaupt Einzug in mein Leben gehalten hat. Denn ich hatte ja, wie ihr wahrscheinlich wisst, nicht immer die Einstellung, die ich heute habe. Leser der ersten Stunde wissen, dass ich mir früher überhaupt keine Gedanken zu den Produktionsbedingungen meiner Kleidung gemacht habe - ich war ein typisches Konsumopfer, was all sein Geld in H&M investierte. 

Wenige Monate, nachdem ich meine Ausbildung begann, hatten wir eine Vertretungssstunde mit einer uns unbekannten Lehrerin. Diese zeigte uns einen Film über die Jeans-Produktion in Indien und die Bedingungen für die dortigen Arbeiter - unter anderem gab es keine Atemschutzmasken oder sonstige Sicherheitsmaßnahmen und durch die Bleichungsmittel hatten die Inder teilweise bereits genauso helle Hände und auch Füße wie wir. Das hat mich geschockt.
An diesem Tag beschloss ich: keine neue, konventionell hergestellte Kleidung mehr!

Ich denke, auch wenn ich diesen Film damals nicht gesehen hätte, hätte ich mich im Laufe der Ausbildung trotzdem in diese Richtung entwickelt. Denn ich weiß, wie anstrengend Nähen sein kann. Nicht nur die Konzentration lässt schon nach wenigen Stunden nach - durch das Rattern der anderen Nähmaschinen bekommt man leicht Kopfschmerzen und die gebückte Haltung führt zu Rücken- und Nackenschmerzen. Wir in der Schule nähen normalerweise 4,5 Zeitstunden und die Arbeitsschritte sind abwechselungsreich. Wir  können uns zwischendurch die Beine vertreten, einen Schluck trinken, auf Toilette gehen. Wir können das - aber die Arbeiter in Sweatshops nicht. Dort gibt es wenige Pausen, vorgeschriebene Toilettenzeiten, kein Trinken und Essen am Arbeitsplatz - und das nicht über 4,5 Stunden, sondern über 10-16, Stunden, sechs oder sieben Tage die Woche. Die immer selbe Naht.
Ich weiß, wie lange man teilweise an einem einzelnen Kleidungsstück sitzt, welche Probleme auftauchen, welche Nähprozesse wirklich kompliziert sind. Ich weiß, was diese Arbeit wert ist und dass 10 Euro für eine Bluse diese nicht fair entlohnen können - und es ist schließlich nicht so, als würde der gesamte Kaufpreis an die Näherin gehen, denn es gibt auch noch den Baumwollbauer, die Fabrik, die für das Weben der Stoffe und die Ausrüstung verantwortlich ist, die Lieferanten, der Konzern selbst. Das alles und noch viel mehr stecken in den 10 Euro. 
Dies hier soll nun keineswegs der erhobene Zeigefinger sein - ich möchte euch einfach nur meine Gedankengänge zu dem Thema nahelegen. 

Mein Beschluss ist zweieinhalb Jahre her. In dieser Zeit bin ich bis auf wenige Ausnahmen (Schuhe für einen Nebenjob, deren Kauf zeitlich sehr drängte z.B.) ausschließlich auf Secondhand-Kleidung oder fair hergestellte Bio-Kleidung ausgewichen und damit bin ich wahrscheinlich ein Extremfall. Natürlich kann ich nicht erwarten, dass jeder das nun genauso macht - das kann man nie! - und ich kann vollkommen nachvollziehen, dass jemand, der nicht vom Fach ist, sich auch gar nicht mit dem Thema beschäftigt (vor meiner Ausbildung habe ich übrigens auch gedacht, dass es Automaten gibt, die ganze Kleidungsstücke herstellen können..). Aber ich bin der Überzeugung, dass, wenn ICH das kann - die zuvor munter Kleidung aus China bestellt, Käufe im dreistelligen Bereich bei H&M getätigt und im Jahr 2008 in London keinen einzigen Gedanken über die Möglichkeit der 3Euro-Handtasche von Primark verschwendet und diese letztlich in drei verschiedenen Farben mitgenommen hat - ja, dann denke ich, dass jeder zumindest eine kleines bisschen an seinem Konsumverhalten drehen kann:
Ein Primark-Einkauf weniger im Jahr. Das Basic-Shirt, das nie aus der Mode kommt und immer wieder getragen wird, mal in der Bio-Variante. Das Kleid, das nur für den bestimmten Abend gekauft werden soll, aus zweiter Hand besorgen. Das sind keine weltbewegenden Einschneidungen ins Leben und doch hätte es einen Einfluss, wenn jeder es tun würde.

Mir fiel meine Umstellung nie sonderlich schwer. Natürlich kann man nicht mehr ganz so spontan mal eben ein paar Sachen kaufen, wenn man auf Secondhand "angewiesen" ist. Es gibt einfach eine begrenztere Auswahl, ganz klar. Und in dieser befindet sich nicht unbedingt das Trendteil dieser Saison - aber das führt auch dazu, dass der eigene Stil gefestigter wird, unabhängiger von gerade aktueller Mode.

Es gibt inzwischen unglaublich viele "grüne" Alternativen, wenn man nicht auf Secondhand setzen will. Hier findet ihr mehrere Listen, sortiert nach Onlineshops, deutschlandweit, europaweit, usw. Gerade Basics sind nicht unbedingt erheblich teurer als konventionell hergestellte und auch vom befürchteten Öko-Image haben sich die meisten Labels längst verabschiedet - wobei man natürlich sagen muss, dass es für bestimmte Stilrichtungen einfach noch zu wenig Auswahl gibt. Aus diesem Grund habe ich auch beschlossen, mich in meiner Selbstständigkeit (unter anderem) mit Kleidungsstücken aus nachhaltigen, fair gehandelten Materialien zu beschäftigen. 

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Welche Gedanken habt ihr zu dem Thema? Was hält euch davon ab, euch von konventionell hergestellter Kleidung abzuwenden? Da mir so viel an dem Thema liegt, würde ich euch wahnsinnig gerne helfen, wenn es an bestimmten Problemen scheitert! Deshalb schreibt mir doch einen Kommentar :) 

HIER findet ihr alle anderen bisher geschriebenen Posts zum Monat März.