Heute vom Leben gelernt:
Fahrrad fahren und schwimmen verlernt man so schnell nicht, inlineskaten dafür umso mehr!
Das Leben ist heute noch genau so schön wie als Kind. Man muss sich nur etwas dafür anstrengen.
Weil mein geschwächter Körper viel frische Luft und Bewegung braucht, habe ich mir vor ein paar Wochen neue Inliner gekauft. Da mein Schweinehund aber trotz herrlichem Wetter riesengroß ist und genug Spinat gegessen hat um meine Selbstdisziplin mit nur einer Fingerbewegung zu zerquetschen, haben sie bisher im Vorratskeller zwischen Kartoffeln und Klopapier vorlieb nehmen müssen.
Heute aber war die Selbstdisziplin flink. Sie ist dem Schweinehund genauso schnell davon geflitzt wie ich meinen Eltern auf meinen neuen Rollen.
Die Holprigkeit, mit der ich anfangs fuhr, und die Momente, an denen ich mich kreischend und mit den Armen rudernd an meiner Mutter festhalten musste und sie damit beinah zu Boden riss, haben mich gleich wieder zurück in meine Kindheit versetzt. Irgendwann habe ich mich wieder so wild und rebellisch gefühlt wie damals, als ich mit anderen Kindern die Straßen unsicher gemacht habe. Als ich mich verbotenerweise an die Fahrräder der Freundinnen gehängt habe. Mich hinter den Häusern im Graben versteckt habe. Oma nur besucht habe um Katjes Katzenkinder zu bekommen, während ich heute nur ihr Grab besuchen kann. Mich mit Sabrina im Maisfeld vorm Bauern versteckt habe, anstatt wie heute so oft mit ihr die Clubs unsicher zu machen und nur noch mit Alkohol Spaß haben zu können. Meine Schwester damit ärgern, dass sie Kelly Family Fan ist, dafür ordentlich Kitzel und Kniffe zu beziehen und nachher zugeben müssen, dass man im Geheimen selbst einer ist. Zur Bäckerei fahren, nur um die tolle König der Löwen-Torte zu bewundern. Mit Freundinnen Hassbriefe an frühere Kindergartenfreunde schreiben und dabei erwischt werden.
Das alles vermisse ich.
Sein inneres Kind zu bewahren ist so furchtbar schwierig. Aber nicht unmöglich. Es geht nicht nur darum, ins Getränk zu blubbeln. Sich so viele Süßigkeiten in den Mund zu stopfen, dass man nicht mehr reden kann. Wie Pippi Langstrumpf andersrum im Bett zu schlafen, wenn man dazu Lust hat. Bibi Blocksberg zu hören. Und selber Wassereis zu machen. – Das habe ich zum Glück alles noch drauf.
Aber es geht um mehr: Unvoreingenommen Menschen kennenzulernen. Keine Angst vor morgen zu haben und gestern nicht nachzutrauern, weil man nur den Moment lebt. Sich Emotionen zuzugestehen: Freude, Trauer, Wut, Enttäuschung. Sich gegen Jungs durchzusetzen, und denen, die man blöd findet, gegens Schienbein zu treten. Zu tanzen als ob niemand zusieht und zu singen, als ob niemand zuhört. Egoistisch zu sein, wenn es drauf ankommt und nicht darüber nachzudenken, wie das wohl bei anderen ankommt. Seine Meinung zu sagen und auf seinem Recht zu beharren, ohne, dass es einem unangenehm ist.
Das alles sind Dinge, die man rgendwann vergisst. Aber nicht vergessen sollte.
PS: Ich bin übrigens nicht hingefallen! Und selbst wenn – es geht doch eh nur darum, wieder aufzustehen.